„CIO des Jahres“ – nur das Team zählt!

Eine Business-Christmas-Story 2016 - Namen und Abkürzungen sind rein zufällig gewählt – Prost!

In der Zentrale des größten Logistikunternehmens herrscht ausgelassene Stimmung. Der Chef, sowie die vielen Wichtel und Rentiere, sind froh den jährlich wiederkehrenden größten Ansturm der Firmengeschichte erfolgreich und auf den Tag genau gemeistert  zu haben.

Durch die großen Fenster im Stall leuchtet der Mond auf das frische Heu. Heute gibt es zur Feier des Tages wieder den geliebten roten Saft, auf den sich alle wie jedes Jahr freuen. Auch wird schon ordentlich geschunkelt, denn der CIO – „Christfest InTime Organisation“ – Plan ist wieder einmal voll aufgegangen.

Die größte Innovation in diesem Jahr war der Ausbau des Stalls, denn gute Arbeitsbedingungen sind wichtig. Ansonsten setzt man immer noch auf die bewährten Ressourcen: Rudi, der mit der roten Nase, und Sven sind die Ältesten. Aber den Ton geben nun schon die Neuen an: Hana, Smart‘i, Fiori, Saas‘i und die vielen anderen. Sie wollten sich schon in diesem Jahr beweisen, haben aber schnell gemerkt, dass der Umbruch von Alt auf Neu, doch nicht ganz reibungslos und so einfach ist. 

Das bekannteste und  erfahrenste Rentier glänzte auch heuer durch klare Ansagen, gute Planung und Routine. Dennoch steht Rudi, der alte Haudegen, etwas geknickt abseits der Herde und schaut zu der „jugendlichen Rentier-Clique“ herüber, die alle schon ganz ordentlich ihren Durst gelöscht haben. Er ist sauer mit sich und seiner Leistung, wurden sie doch angehalten, dieses Jahr erstmals durch die „Cloud“ zu fliegen. Dort passierte dem Liebling aller Kinder dann das Unfassbare: er kam mit seinem, zugegeben nicht mehr neuesten IT – „iTransport-car“ – ins Schlingern und dabei fielen einige Pakete heraus. Mit viel Mühe, großem Herz und den alten Tricks von gestern hat er die Auslieferung gerettet und alle Kunden waren zufrieden.

Betrübt, und auch schon ein wenig vom duftenden Saft benebelt, schaut er in die große Runde der Tiere, die sich immer mehr in Festtagsstimmung bringen. „Warum nur haben die Neuen – der Alte nannte sie bei der Vorstellung die „GenerationWhat“ – ihn nicht darauf hingewiesen, dass seine in die Jahre gekommene IT-Kiste nicht ausreichend gesichert ist für diesen anderen Weg? Die Clique schaut zu ihm herüber als wollten sie ihm schelmisch zurufen: „Hey, altes Rentier, in der Cloud geht’s ab, da gelten andere Regeln, mehr Sicherheit und Schutz“. Das geht ihm alles zu schnell. Kopfschüttelnd scharrt er mit seinen Hufen und trinkt zur Beruhigung noch einen wärmenden Schluck aus dem riesigen Trauben-Pott. Das Bewährte liebt er ja über alles, auch wenn er ahnt, sich anpassen zu müssen, denn viele Begriffe und Abkürzungen hatte er letztes Jahr noch nicht gekannt. Plötzlich wird ihm so wohlig im Bauch, ein Prösterchen ist bei dem Krach im Stall kaum zu hören und gleichzeitig umwabern ihn dicke Traubensaft(nebel)schwaden, die ihn in einen genüsslichen Traum entführen.

…früher war alles einfacher: „Fahrt‘s los, seid pünktlich, bringt‘s Freude“ brüllte der Alte auf seinem alten IT-Mobil und seine Motivation ließ uns rennen, so schnell wir konnten. Als sie heuer durch die Cloud flogen, rauschten sie überall an riesigen Boxen vorbei, an denen der Alte die Daten unserer Ziele, Leistungen und Ergebnisse in so einem kleinen, handlichen Gerät einsammelte. „Digitale Fußfesseln“ – so nennt er das, nicht ohne dabei mit einem scharfsinnigen Blick auf das Display zu starren. Heute wird alles gemessen: „Wohin, wie schnell, wie lange“. Keine Zeit mehr für einen Plausch am Kamin und den verlockenden guten Traubensaft im Kreise der Kunden. 

Digitalisierung – was? Ja, so nennen die das. „0 oder 1“ brummt Rudi in seinen  Drei-Tage-Bart und träumt von längst vergangenen Zeiten. Pünktlichkeit oder „Rumms die Tür zu“, das richtige Geschenk vom Anforderungskatalog oder „Konnte deine Schrift nicht lesen, mal‘st halt ein Bild“, und Kundenzufriedenheit oder lange Gesichter mit Tränen meiner Ki(u)nder(n). Und wenn’s mal schief ging, dann IoT – „Informationen ohne Tabu“. So nannten wir damals unsere Verbesserungsgespräche mit dem Chef, in denen wir dann die Wunschzettel nochmal analysiert haben und…

Ein donnernder Applaus beendet abrupt seinen Traum. „In diesem Jahr wieder unsere Nr. 1 ist… aus allen Daten, die erfasst worden sind… Rudi!“ schreit der Alte förmlich ins große Rund des modernen Stalles und nimmt erstmal einen Roten zur Beruhigung des Lampenfiebers.

Alle starren das alte Rentier an. Jetzt ist nicht nur seine Nase rot! Letztes Jahr noch – das Rentier blinzelt noch verschlafen – hatten sie noch eine Bambusleitung (schlechtes Internet), aber mit der neuen Plattform und den neuen Geräten ist nun technisch alles möglich. Der Alte höchstpersönlich hält den Preis schon in der Hand und lallt nun schon ein wenig, aber immer noch deutlich für alle hörbar,  so dass auch die Clique aufmerksam wird: „Die HCP – „HumanCharacterPerformance“ – Trophäe geht an denjenigen unter uns der, wieder einmal gezeigt hat, welche Unternehmenskultur wir brauchen, um mit den Innovationen von heute, die nachhaltige, stabile und respektvolle Kundenkommunikation langfristig zu erhalten.“ Spricht es  und schaut dann grimmig in die Ecke, wo die Neuen stehen und brummelt dabei leise in ihre Richtung:

„Qualität vor Quantität, Jungs“! 

Als er sich wieder Rudi zuwendet, dessen Nase noch immer der Mittelpunkt eines großen roten Kopfes ist, wird er wieder bestimmt und noch lauter: „Rudi, sei weiterhin ein Vorbild, denn mit deiner Erfahrung und deinem Verantwortungsbewusstsein hast du den Auslieferungs- und Werte-Kodex im Sinne unserer Zielgruppe mit Vorbild, Hilfsbereitschaft und GRV –  gesundem Rentierverstand – vorgelebt.“ Dabei hängt er ihm die schwere Plakette um den Hals und rümpft leise säuselnd die Nase. „Hast wohl schon einen zu viel, mein treuester Freund“ und trabt Richtung Ausgang, während er von allen für seine mutigen Entscheidungen für neue Geräte und Technologien beklatscht wird. Rudi blickt derweil stolz und zufrieden in die Runde, in der er nun doch ein wenig Respekt und Anerkennung für seine Teamleistung erahnen kann und fällt sogleich in einen wohlverdienten Festtagsschlaf. 

In diesem Sinne, lassen wir ihn träumen und genießen wir, wie er, die freien Stunden! Tanken Kraft und Ideen für die neuen Herausforderungen um im Team die Ansprüche der Kunden und Partner erfüllen zu können. Bleiben Sie gesund und ein wichtiges Teammitglied!

Ihr Stallbursche (….und einer vom Team)

Steffen Schaar