Da ist der Wurm drin...

Wo wir hinschauen, überall News, Highlights, Big-Events. Die Einen retten die Welt, Andere beschwören die Blackout-Szenarien derselben und die große Mehrheit versucht einfach nur ihren Alltag zu gestalten. Derzeit beschäftigt uns (wieder einmal) ein Wurm. Die Weltretter finden den Wurm im Netz normal, ökologisch gesehen. Die Spinne bekommt gute Nahrung, der Kreislauf der Nahrungskette funktioniert, also alles im Lot. Die IT’ler bekommen allein schon beim Gedanken oder gar beim Anblick dieses Titels Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Alarm! Konzentration bitte!

Erst letzte Woche konnte man lesen: „Namhafte Mittelstandsunternehmen sind im Visier von Angreifern“ – einige „outen“ sich über die Presse. Wenn dieser Wurm erst einmal im Netz(werk) ist, besteht höchste Gefahr für Informationen, Nutzer und alle Daten im System. Jetzt ist höchste Eile geboten, denn alle Daten sind verschlüsselt, wenn der Wurm sich erst einmal durchs Netz frisst. Schadsoftware im wahrsten Sinne! Diesmal heißt der Auswuchs des(r) Bösen Emotet. Ein ganz gefährliches Exemplar und mit Sicherheit nicht der Letzte im Netz. Er ist kein Schmusewürmchen, er ist ein Allesfresser, ein Vernichter, ein Erpresser! Er braucht mehr als nur Begutachtung, denn er hat seine Metamorphose zu diesem Monster aus unserem verantwortungslosen, sorglosen, ja falschen Verständnis im Umgang mit Daten und Informationen abgeleitet, denn er benutzt so ganz nebenbei noch die menschlichste aller natürlichen Eigenschaften, die Neugier! Immer dann, wenn wir in einer Mail von einem vermeintlich bekannten Absender auf den Anhang klicken wird der Wurm „fett“, frisst er sich in Daten und im Netz weiter, verschlüsselt diese und die Wurmväter (Erpresser) lassen Sie höflich wissen, dass mit netten Millionenbeträgen der Angriff auf nette Art enden kann.

Wer also bisher noch geglaubt hat, dass Viren, biologische Kampfstoffe in unserer Welt nur mit dem „Kriegsgepolter“ von Machtansprüchen einzelner Nationen zu tun haben, der kann jetzt ein neues Kapitel von menschlicher „Miss-Intelligenz“ erleben. Wer denkt KI – künstliche Intelligenz - ist nur ein Teil der technologischen Geräte und Softwareentwicklung, der sollte jetzt aufwachen. Dieser Virus-(Angriff) benutzt (erstmalig?) nicht nur menschliche Dummheit und Sorglosigkeit, sondern vielmehr erschleicht er sich IT-Technologiewissen mit täuschend echter menschlicher Kommunikationskultur. Früher waren Rechtschreibung, Ausdruck, Satzstellung oder Tonfall eine Tugend, heute nutzen die Angreifer den Verfall der menschlichen Sprach- und Schreibkultur – z. B. in Mails ohne Verschlüsselung - um ihr kriminelles Unwesen zu treiben. Und es (er) wird neue Blüten treiben, wenn, ja wenn wir nicht anfangen … und das möchte ich nun gleich tun!

Stellen Sie sich mal vor, nur mal so angenommen, wir würden im selben Maße oder vielleicht nur in der Art wie die „Fridays For Future“-Bewegung nicht nur die Welt mit anderen Augen sehen, sondern auch die Einstellung zu Informationen und Daten in gleicher Weise bewußt thematisieren und wahrnehmen. Wir würden durch unser eigenes Verhalten im sorgfältigen Umgang mit Mails, Bildern, Kommunikation unsere Nutzungskultur auf allen digitalen Kanälen und Medien so gestalten, dass wir nicht erpressbar, kompromittierbar oder angreifbar sind. Vor vielen Jahren sprach man vom gehüteten Briefgeheimnis, heute ist die DSGVO für (leider) viele nur ein notwendiges Übel.

Ich glaube fest an den GMV, Sie wissen schon. Oder? Im Alltag den täglichen, sich immer wieder ändernden Herausforderungen, die entsprechende Sorgfalt, den Respekt und die Wertekultur entgegen zu setzen, braucht Ihr volles Bewusstsein, Ihre ganze Aufmerksamkeit. Meine Oma prägte mich mit dem Satz: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Glauben Sie nicht, dass mit Ihren Daten immer gut und verantwortungsvoll umgegangen wird. Setzen Sie mehr auf Ihren Verstand. Gestalten Sie Ihren Alltag mit Passwörtern und Ihrem Kommunikationsverhalten in Mails, Chats oder Blogs so, dass Sie immer von sich sagen können, es ist „ganz klar persönlich!“. Die „Fridays For Future“-Bewegung ist vielleicht, oder gerade auch deshalb, so erfolgreich, weil sie über die persönliche, authentische Indentifikation der Menschen auf emotionaler Ebene spürbar ist. Leidenschaft, Bewusstsein und Neugier sollten wir uns nicht nehmen lassen!   

In diesem (Nachahmungs-)Sinne freue ich mich auf Ihre authentische, bewusste und klare Kommunikation.

Ihr Steffen Schaar