How dare you? Geht’s noch…?!

Polarisieren, Polemisieren, Anklagen“ vs. „Gegenseitiger Respekt, proaktive Kommunikationskultur aktive Unterstützung“. Meine Oma versteht die Welt nicht mehr! Und nicht nur sie, oder?

Nun aber der Reihe nach, Beispiele gefällig? „Bundesregierung verabschiedet eine Blockchain Strategie“ – eine Schlagzeile zur Digitalisierung in diesen Tagen, die unterschiedlichste Reaktionen auslöste. In meinem Umfeld sorgt sie überwiegend für Stirnrunzeln und Kopfschütteln. Es vergeht keine Woche in der nicht irgendeine weltverändernde oder digitale Botschaft verkündet, verabschiedet oder zu Drohgebärden aufgebauscht wird, um danach geradewegs wieder in der „Alltagstonne“ zu versinken. Die Politik, die Wirtschaft, die Presse, alle haben an diesen Hype-Themen eigene Interessen und treiben die „Kuh durch’s Dorf“. Gemäß dem Motto: „Die Welt5.0 – jetzt oder nie, hahaha“.

Vor nun mehr als zwei Jahren war es noch die Industrie4.0-Initiative, die, wie jetzt erst klar wird, ohne 5G-Standard keine Chance hat. Dafür waren über ein Jahr harte Bieterverhandlungen notwendig. Die Digitalisierungsinitiative für die Bildung (Internet in den Schulen) konnte erst nach langen Monaten (Jahren?) harten Ringens jetzt endlich verabschiedet werden. Ein Freund raunte mir kürzlich zu: „Was soll der Quatsch, Tablets in den Schulen, wir haben NULL Netzempfang, knurr!!!“. Jetzt die Blockchain Initiative der Bundesregierung. Dabei weiß die „Umwelt-Greta“ sicher keine Antwort darauf, wie der immense Strombedarf solcher Blockchains mit vor Überlast „glühender“ Rechnerlandschaften nur durch „alternativen Strom“ erzeugt werden kann.  Woher auch!?
Und nun zur Krönung noch eine Hiobsbotschaft humaner Natur: eine Beratungsgesellschaft fand heraus, dass Großunternehmen als größtes Digitalisierungshemmnis fehlende qualifizierte Mitarbeiter mit Digital Knowhow sehen!

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: All diese Initiativen sind Ausdruck von agilen Veränderungen, dem Willen neue Dinge auf den Weg zu bringen, Technologien für Mensch und Natur sinnvoll im Einklang zu nutzen. Davon bin ich überzeugt. Auch wild und dynamisch sein ist OK. Uneinsichtigkeit, fehlender Realitätssinn und Toleranz im Umgang mit gesellschaftlichen Normen und Errungenschaften sind genauso kontraproduktiv wie technologischer Aktionismus auf Kosten realer, gar fundamentaler Normen und den Grundsätzen ökonomischer Erfolgsfaktoren. Die „digital immigrants“ haben’s aufgebaut (z. B. Gleichberechtigung, Wohlstand, etc.). Die „digital natives“ gehen auf Demos und sind scheinbar gegen alles. Aber mit Sonne und Wind lässt sich die Welt aber (noch?) nicht alleine antreiben. Ich alter Sack, ein „digital immigrant“, könnte vor Wut platzen!

Lasst uns also mit gegenseitigem Respekt und viel aktiver Unterstützung unser jahrhundertelanges erworbenes technisches Knowhow an die nächste Generation weitergeben und das Bildungssystem besser ausbauen, damit kein überstürzter "Greta Systemwechsel" stattfindet, mit ausschließlich lokaler Wirtschaft, Verkehrsdissastern, Wintern "ohne Heizen", mit Kriegen und unzähligen Toten. That’s why we dare!

Ihr Steffen Schaar