DiALOG Magazin 2022 auf verschiedenen mobilen Endgeräten

Wo sind Sie...?

Ressourcenengpässe überall. Lieferzeiten utopisch. Preise explodieren. Aufträge werden einfach zurückgegeben. Personal nicht vorhanden. Man könnte verzweifeln bei all diesen Hiobsbotschaften! Dachte ich auch. Aber ich ahnte, irgendetwas wird das alles noch toppen und es kam nicht aus heiterem Himmel, wie der Volksmund so schön sagt.

Aber der Reihe nach. Als ich vor fast fünf Jahren in dieser Rubrik Herrn Grube, seiner Zeit Vorstand der DB, mit den Worten zitierte: „Wir dürfen nicht mehr in Zuständigkeiten denken und handeln, sondern in Verantwortungen“, dachte ich vielleicht ein wenig naiv, dass wenn Probleme transparent sind, es immer Menschen geben wird, die sich in den Dienst der Sache stellen und nicht nur anpacken, sondern sich den „berühmten Hut“ aufsetzen, also Verantwortung übernehmen.

Die Jahre vergingen, die Digitalisierung nahm in Deutschland nicht so richtig Fahrt auf. Wo andere im ICE die Veränderungen wahrnehmen, reisen wir im Regionalzug, von einem Anlass zum anderen getrieben, durch die Lande. Mal sind wir zu spät, mal klemmt die nächste Weiche, weil kein Budget vorhanden ist. Es gibt immer einen Grund bei der Reise aufs falsche Gleis zu geraten. Und wer trägt die Schuld? Immer die anderen! Falsch gedacht. Die anderen haben nichts davon gewußt, wurden nicht informiert oder sogar übergangen. Und so kommt das dicke Ende wie ein Nothalt mitten im Niemandsland. Jetzt hilft kein Jammern mehr, jetzt zählen Fakten. Bitte.

Die Studie „The End of Management as We Know It“ der Boston Consulting Group zeigt verheerende Ergebnisse. Nur 7 % der Mitarbeitenden in Deutschland möchten in den kommenden Jahren eine Führungsposition übernehmen, also Verantwortung tragen. In China als Beispiel sind es 47 %. Ich gebe noch einen dazu: Mehr als die Hälfte der jetzigen Führungskräfte geht in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Und als ob das noch nicht genug ist, die Generationen Y und Z verweisen gerade jetzt - meiner Meinung nach viel zu schnell und voreilig - darauf, dass die „Alten“ das ganze Dilemma mit der Ressourcenverschwendung verschuldet haben.

Nicht ganz zu Unrecht, aber auch das sanftweiche Bett des Wohlstandes wurde so erst ermöglicht.
Und wie wurde es möglich, möchte ich ihnen zurufen: „Mit Verantwortung, mit Entscheidungsfreudigkeit aber auch mit unangenehmen Wahrheiten, denn die Fallhöhe kann manchmal ganz schön beträchtlich sein.“

In seinem zweiwöchentlichen Newsletter spricht Ben Schulz, erfolgreicher Unternehmensberater, gestandener Motivator und Coach, Klartext: „Wegducken hilft nicht. Unangenehmes und Krisen gehören dazu. Führungskräfte haben die Verantwortung und die Aufgabe, unangenehme Wahrheiten zu verstehen und in Lösungen zu überführen. Und dafür finden sich nur noch 7 % Freiwillige“. Ben Schulz spricht das aus, was andere als unangenehm empfinden mögen. Er pointiert und motiviert, indem er Transparenz schafft, Ideen entwickelt und Lösungen skizziert. Dabei versucht er immer den empathischen Respekt jedes Einzelnen einzubeziehen, denn nicht jeder kann und will führen. Aber es nicht ausprobiert zu haben, ist auch keine Lösung. Wo seid ihr? Wir zählen auf euch und das gehört auch dazu, wenn man den „Staffelstab“ weiterreicht und damit Verantwortung fördert. Davon bin ich überzeugt!

Wenn Sie Ben Schulz und viele weitere erfolgreiche Protagonisten, Trendsetter und Vorbilder live erleben und hören möchten, dann kommen Sie zum DiALOG Club ‘22 am 29. September 2022 in Böblingen. Ich freue mich auf viele (zukünftige) Führungspersönlichkeiten wie Sie!